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Anonymous
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thema:albinismus
Verfasst am: 27.06.2003, 10:16

gut oder schlecht,wie steht ihr dazu.in meiner meinung zu albino-zuechtungen ist bei mir in den letzten tagen ein wenig skepsis bei der gutheißung dieses themas aufgekommen.fakt ist,daß albinismus ein gen-defekt ist und in der natur eine absolut unvorteilhafte mutation für das tier ist.mag vielleicht gut aussehen,aber menschen mit solchartigen pigmentstörungen sind dem uv-licht hilflosausgeliefert ohne sonnencremes mit hohen schutzfaktoren.nun weiß ich leider nicht,ob die hautbeschaffenheit bei schlangen ähnlich ist und man dadurch zum beispiel bei terrarienhaltung von albinotischen tieren gänzlich auf bestrahlung durch uv-licht verzichten sollte.

_________________
 
Daniel G.
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Anmeldedatum: 20.09.2002
Beiträge: 737


Verfasst am: 27.06.2003, 10:28

Hallo Christian,

ich habe leider nurkurz Zeit Dir auf Deine Frage zu antworten, binmir aber sicher, dass das Jochen in den kommenden Stunden bestimmt sehr Fachmännisch übernehmen wird!

Wie Du weißt halte ich selber thamnophis amelanistisch.

Mit Deiner Aussage, dass es sich bei solchen Ausprägungen im Endeffekt um Genmutationen (Defekt hört sich immer so negativ an und im Endeffekt kann keiner langfristig beweisen, ob sich diese Tiere eventuell in 50.000 Jahren nicht doch gegenüber den wildfarbenen durchsetzen würden) handelt, hast Du absolut Recht.
Ob amelanistische Menschen eine wesentlich geminderte Lebensqualität gegnüber hellhäutigen, rothaarigen etc haben, möchte ich nicht beurteilen, waage ich aber zu bezweifeln.
Das amelanistische Tiere empfindlicher gegenüber einer UV-Strahlung sind, kann durchaus sein, wird von den Tieren in meinen Terrarien allerdings durch gewisse Nachtaktivität umgangen, wobei ich in meinen Terrarien keine UV-Lampen zum Einsatz bringe und es sich bei meinen Tieren um NZ handelt, die bisher noch nie dem normalen Tageslicht ausgesetzt wurden. Ich frage mich daher, woher sie von der eventuell schädigenden Wirkung des Lichtes Kenntnis bekommen haben sollten. Ich spekuliere hierbei eher auf eine höhere Lichtempfindlichkeit der Augen.

Was mich ein wenig irritiert ist dei Einleitung Deiner Frage und die anschließende konstruktive Hinterfragung des Themas.
Der erste Teil verlangt eine Aussage: Finde amelanistisch Tiere toll oder nee, weg damit.
Der Zweite Teil erfodert ein wenig Überlegung und kann Hinweise auf die Haltung und eventuell bessere Aufzucht und Zucht solcher Tiere beitragen.
Deine Skepsis lässt eigentlich darauf schließen, dass Du eine ablehnende Haltung gegnüber diesen Tiere eingenommen hast oder bist Du Dir einfach noch nicht ganz schlüssig?

Soweit von mir hierzu.
Viele Grüße,

Daniel

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Anonymous
Gast





Verfasst am: 27.06.2003, 10:41

Ich weiß nicht wie das bei Schlangen ist aber es gibt ja auch genügend Echsenarten die so gezüchtet werden.
Für viele dieser Echsen ist es jedoch lebensnotwendig UV Licht zu bestrahlen.
Die Frage ist dann doch quäle ich das Tier damit?
Wenn ich es nicht bestrahle stirbt es früher oder spätzer wahrscheinlich an Rachitis wenn ich es bestrahle kann es eventuell zu einer Schädigung des Verhaltens oder anderen Krankheiten führen.
Wie gesagt ich weiß es nicht genau.
Kennt sich da jemand genauer aus denn das wäre ja schon mal interessant zu erfahren.
 
Anonymous
Gast





Verfasst am: 27.06.2003, 10:52

Quote:

Hallo Christian,

ich habe leider nurkurz Zeit Dir auf Deine Frage zu antworten, binmir aber sicher, dass das Jochen in den kommenden Stunden bestimmt sehr Fachmännisch übernehmen wird!

Wie Du weißt halte ich selber thamnophis amelanistisch.

Mit Deiner Aussage, dass es sich bei solchen Ausprägungen im Endeffekt um Genmutationen (Defekt hört sich immer so negativ an und im Endeffekt kann keiner langfristig beweisen, ob sich diese Tiere eventuell in 50.000 Jahren nicht doch gegenüber den wildfarbenen durchsetzen würden) handelt, hast Du absolut Recht.
Ob amelanistische Menschen eine wesentlich geminderte Lebensqualität gegnüber hellhäutigen, rothaarigen etc haben, möchte ich nicht beurteilen, waage ich aber zu bezweifeln.
Das amelanistische Tiere empfindlicher gegenüber einer UV-Strahlung sind, kann durchaus sein, wird von den Tieren in meinen Terrarien allerdings durch gewisse Nachtaktivität umgangen, wobei ich in meinen Terrarien keine UV-Lampen zum Einsatz bringe und es sich bei meinen Tieren um NZ handelt, die bisher noch nie dem normalen Tageslicht ausgesetzt wurden. Ich frage mich daher, woher sie von der eventuell schädigenden Wirkung des Lichtes Kenntnis bekommen haben sollten. Ich spekuliere hierbei eher auf eine höhere Lichtempfindlichkeit der Augen.

Was mich ein wenig irritiert ist dei Einleitung Deiner Frage und die anschließende konstruktive Hinterfragung des Themas.
Der erste Teil verlangt eine Aussage: Finde amelanistisch Tiere toll oder nee, weg damit.
Der Zweite Teil erfodert ein wenig Überlegung und kann Hinweise auf die Haltung und eventuell bessere Aufzucht und Zucht solcher Tiere beitragen.
Deine Skepsis lässt eigentlich darauf schließen, dass Du eine ablehnende Haltung gegnüber diesen Tiere eingenommen hast oder bist Du Dir einfach noch nicht ganz schlüssig?

Soweit von mir hierzu.
Viele Grüße,

Daniel

definitiv habe ich keine ablehnende haltung gegenüber diesen tieren eingenommen.lediglich ist skepsis aufgekommen beim vergleich mit der menschlichen haut und ihren pigmenten.da kam dann die frage bei mir auf, ob eine ähnlichkleit vorhanden ist zur haut bzw den pigmenten des menschen.so mit fragte ich mich,ob gegenenfalls auf uv-bestrahlung verzichtet werden müßte.


 
Anonymous
Gast





Verfasst am: 27.06.2003, 11:06

hab nochmal meinen beitrag gelesen um zu verstehen,warum bei dir der gedanke der ablehnenden haltung gegenüber albinismus aufkam.die aussage,wo bei dir der gedanke entstand,war nicht als ablehnende haltung zu verstehen,sondern mehr,als daß ich für den fall,daß die tiere dadurch benachteiligungen in ihrem wohlbefinden haben ,welche auch durch eventuelle schutzmaßnahmen nicht aufgehoben werden könnten,auf eine zucht dieser tiere wohl verzichten würde.wenn die message so nicht rübergekommen ist,dann ist sie hier jetzt noch mal deutlicher angemerkt worden.
 
Anonymous
Gast





Verfasst am: 27.06.2003, 12:34

Hi,

na, wenn mich Daniel schon so zu einer Antwort drängt, muß ich mich ja äußern, auch wenn ich finde, daß Daniel die wesentlichen Punkte schon genannt hat.
Daher möchte ich mich in etwas anderen Punkten vertiefen.

Fangen wir an mit den "Gendefekten". Man muß das evolutionär sehen und sich fragen, woher denn natürliche Farbformen und ganze Arten und Gattungen kommen. Die ganze Evolutionsgeschichte basiert auf Selektion und Rekombination, also Crossing-Over, in seltenen, aber z.T. durchaus wichtigen Fällen auch auf Mutation. Mutation bedeutet, daß zufällig eine Mutation an einem zufälligen Genort auftritt. Beim Menschen z.B. treten etwa 2 solcher Mutationen pro Individuum auf, Schlangen und Echsen sind nicht ganz so komplex aufgebaut, daher dürfte es sich hier um weniger handeln.
Im Laufe der Evolution sind natürlich viele dieser mutierten Tiere nicht weiter gekommen, da die Mutation an einem Genort stattgefunden hat, der letzlich für weniger Vitalität verantwortlich war, das Gegenteil passierte natürlich auch.

Wenn nun bei einer Schlange oder Echse eine solche Mutation an einem Genort auftritt, der für bestimmte Farbpigmente in der Haut verantwortlich ist (z.B. Amelanismus), dann ist das eine ganz natürliche Sache, die hier passiert. Viele dieser Farbformen sind durchaus auch in freier Natur zu finden, nur ob sie im Moment oder gar jemals dominieren werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Ist eine Beeinträchtigung in der Vitalität zu bemerken, wird die Potenz beeinträchtigt, stimmt die Tarnung noch oder hat sich die Tarnung eher zu einer Warnung gewandelt.

Im Falle von z.B. amelanistischen Kornnattern oder Strumpfbandnattern ist auf jeden Fall klar, daß keinerlei beeinträchtigung in Vitalität und Potenz haben, also dieses eine Seektionskriterium hindert sie nicht daran, sich entsprechend zu vermehren. Hier stellt sich vielmehr die Frage nach der Tarnung und den Freßfeinden.
Da wir aber Terrarientiere halten, die keine äußeren negativen Einwirkungen auf ihre Populationen zu bewältigen haben, können auch Tiere mit einer schlechten Tarnung in entsprechenden Mengen zur Nachzucht gebracht werden. Dies stellt meiner Meinung nach keinerlei Probleme dar, es handelt sich um natürliche "Gene", also Mutationen, die in freier Natur entstanden sind und dort auch - wenn auch oft nur direkt bei Schlüpflingen - zu finden sind. Der Mensch manipuliert also nicht die Natur, sondern hebt nur gewisse optische Merkmale hervor, die in freier Natur weniger Chancen haben.

Die von Daniel angesprochene Möglichkeit einer Dominanz amelanistischer Tiere auf lange Zeit gesehen, ist durchaus realistisch, wenn sich die Lebensbedingungen der Tiere ändern. Man stelle sich z.B. die Kornnattern vor, die in der südöstlichen USA beheimatet sind. Durch Klimaveränderungen verändern sich vielleicht die Futterverhältnisse und die Kornnattern bewegen sich über Jahre hinweg Richtung nordwest und landen irgendwann in den Canyons, die durch z.T. rötliche Gesteinsmassen gekennzeichnet sind. Nehmen wir an, hier ist Sandstein verbreitet, der ebenfalls durch die Wetter- und Klimaveränderung abgetragen wird und den Boden in weiten Bereichen dieses Gebietes bedeckt, so daß er rötlich ist. Dann haben die amelanistischen Tiere eine bessere Tarnung als die bisher normalgefärbten und werden auf Dauer dominieren.

Dazu mal wieder etwas vom Menschen. Mehrfingrigkeit (6-7Finger pro Extremität) ist ein dominates Allel, während eben die 5-Fingrigkeit rezessiv ist, doch besitzt fast jeder Mensch 5 Finger und Zehen pro Glied. Also scheint das, obwohl es einfach rezessiv ist, besser zu sein und hat sich im Laufe der Jahrtausende/Jahrzehntausende durchgesetzt.

Soviel dazu, ob Farbmutationen generell in Ordnung gehen.

Weiter im nächsten Posting, es wurde nämlich gerade gemotzt, daß es zu lang ist.....
 
Anonymous
Gast





Verfasst am: 27.06.2003, 12:35


Zur Beeinträchtigung der Vitalität und Verträglichkeit von UV-Bestrahlung, so kann es durchaus bei manchen Arten vorkommen, daß sie empfindlicher werden. Ich gehe mal davon aus, daß wenn bei einer Tierart mehrere Farben als Hautpigmente vorliegen, ist einfacher Albinusmus kein Problem. Kornnattern werden z.B. von drei farblichen Pigmenten dominiert, Menschen nur von einer!
Fehlt eine dieser Farbpigmente, sollte eine mäßige UV-Bestrahlung dem Tier nichts ausmachen, fehlen alle, könnte das durchaus Probleme insbesondere innere verbrennungen geben.
Ich gehe aber mal davon aus, daß wenn man bei der Zucht von insbesondere albinotischen tagaktiven Tieren zur Zucht schreitet, eine gewisse Auswahl trifft, welche dieser Tiere fit sind, das kann das Benötigen von weniger UV-Bestrahlung aber auch die Unempfindlichkeit gegenüber UV sein, sich im Laufe derJahre - und das müssen keine 50.000 Jahre sein!!! - sich die Population etwas in Richtung der Unempfindlichkeit oder geringeren Benötigung von UV-Strahlen bewegen.
Hier muß man als Halter und insbesondere auch als Züchter eine ständige "Qualitätskontrolle" in der Vordergrund schieben und Faktoren der Vitalität und Strahlungsstärke/-dauer berücksichtigen.

So, ich denke, dasist jetzt erstmal genug zur Evolution

Gruß
Jochen
 
Anonymous
Gast





Verfasst am: 28.06.2003, 15:18

zur evolution wollte ich doch gar nichts wissen war aber trotzdem gut formuliert.hauptanliegen wardie uv-verträglichkeit bzw. die haut/pigmentbeschaffenheit der schlangen
 
Anonymous
Gast





Verfasst am: 28.06.2003, 19:07

Quote:

gut oder schlecht,wie steht ihr dazu.in meiner meinung zu albino-zuechtungen ist bei mir in den letzten tagen ein wenig skepsis bei der gutheißung dieses themas aufgekommen. [...]



Hi Christian,

gut oder schlecht? Nun, um meine Meinung zu begründen, wollte ich eben etwas weiter ausholen
Ich denke, man darf bei diesem Thema nicht einen einzigen Punkt betrachten, sondern muß es als ganzes betrachten.

Nun, ich muß sagen, daß ich gehofft habe, etwas zu hören wie "aber in freier Natur würde so ein Tier also nicht adult werden, wie kann ich dann die Haltung und Zucht im Terrarium gutheißen". Ich denke, da wäre eine schöne Diskussion mit vielen ausgesprochen guten Argumenten aus biologischer, emotionaler und ethischer Sicht zustande gekommen. Naja, denn, ein Versuch war's wert

Gruß
Jochen

_________________


 
Anonymous
Gast





Verfasst am: 30.06.2003, 09:20


im kern meines zweifels ging es eigentlich nur um diefrage der uv-bestrahlung,ob die nun schädlich für das tier wäre.ich hab da ein wenig zu viel drum rum geschrieben.my mistake
 
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Tags: albinismus, schlangen, mutation

 
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